Sex sells on Only Fans

Projektbeschreibung

Freizügigkeit, Erotik und Abonnements – OnlyFans macht dort weiter, wo Instagram heute aufhört. Diese neue soziale Plattform scheint das Potenzial zu haben, Instagram abzulösen. Bei OnlyFansbezahlt man Abogebühren für Content und bei Instagram bezahlt man mit seinen Daten für die Werbevermarktung.

OnlyFans ist keine gewöhnliche soziale Plattform, denn anders als bei Instagram erhält man als Nutzer nur gegen eine monatliche oder einmalige Gebühr Zugang zu Inhalten wie Fotos, Videos und Livestreams. Der Content dieser sozialen Plattform wird hauptsächlich von Influencern, Models oder Pornostars bereitgestellt. Der erste Eindruck lässt zwar glauben, dass auf diesem Netzwerk nur erotische Inhalte verbreitet werden. Jedoch gibt es auch zahlreiche Künstler, Musiker, Stars oder Fitnesstrainer, die auf OnlyFans erfolgreich sind.

 

Eigentümer von OnlyFans und Instagram
Der Investor und Technologieunternehmer Timothy Stoakley aus Großbritannien gründete im Jahr 2016 das Unternehmen OnlyFans als eine Plattform für die Bereitstellung von Videos und Fotos gegen eine monatliche Gebühr. Der in der Pornoszene bekannte Geschäftsmann Leonid Radvinsky übernahm im Jahr 2018 die Führung, indem er 75 Prozent des Unternehmens erwarb. Nach fast 5 Jahren weist OnlyFans über eine Milliarde US-Dollar Umsatz aus, wie Bloomberg berichtet.

Die Plattform befindet sich im Besitz des britischen Unternehmens Fenix International Limited, einer Personengesellschaft mit direktem Eigentum. Unternehmen, die sich in Privatbesitz finden, sind nicht börsennotiert und deshalb ist es nicht möglich Aktien der Online-Plattform zu erwerben.

 

Das Geschäft mit OnlyFans.
Das Geschäft von OnlyFans ist einfach, denn Fans haben mit dieser Plattform die Möglichkeit sich die „Nähe“ zu ihren Lieblingsstars zu erkaufen. Die sogenannten OF-Creator erstellen und veröffentlichen exklusive Inhalte, für die Nutzer bezahlen. Manche Profilinhaber stellen ihre Inhalte sogar kostenlos zur Verfügung. Das auf Instagram bekannte Model Katelyn Runck betreibt beispielsweise einen freien OF-Account, auf den sie für ihre Bilder und Videos keine Gebühren verlangt.

Es gibt zahlreiche Monetarisierungsfunktionen, die das Erlösmodell OnlyFans umfassen. Der überwiegend in Anspruch genommene Zugang erfolgt durch verschiedene Abonnementsmodelle, die eine Art Paywall verkörpern sollen. Die Preise sowie die Dauer der Abo-Pakete können die Darsteller selbst festlegen. Dennoch wird für ein kostenpflichtiges Abonnement mindestens $4.99 USD pro Monat verlangt. Zudem haben Creators die Möglichkeit auf der Plattform selbst Werbung für sich zu machen, indem sie kostenlose oder ermäßigte Abonnements für mögliche neue Kunden anbieten. Eine weitere rentable Einnahmemöglichkeit für die Content Creator ist das Versenden privater Nachrichten an Abonnenten. Für sogenannte „DMs“ („Direct Mails“) wird zusätzlich eine weitere Gebühr verlangt und viele Follower sind auch bereit mehr dafür zu zahlen. Kostenlose Accounts können durch das Veröffentlichen exklusiver Beiträge, zu denen man nur Zugang durch eine Einmalzahlung hat, weitere Einnahmen generieren. Abonnenten haben die Option Trinkgeld zu geben, um ihre Favoriten auf OnlyFans zu unterstützen.

OnlyFans behält sich, ähnlich des Apple App Shops oder Google Playstore, einen Anteil von 20 % der Abonnementsgebühren ein. Je mehr Follower sie haben und je mehr Geld sie verdienen, desto mehr nimmt auch OnlyFans ein. Das kaskadische Modell gilt für alle Zahlungen, die auf dieser Plattform getätigt werden. Der durchschnittliche Verdienst liegt ungefähr bei $180 pro Monat. Aber die meisten Accounts verdienen weniger als $ 145 pro Monat und sind weit von Deckung alltäglicher Unterhaltkosten entfernt. Die Top 1% aller Profilinhaber machen 33 % des Gesamtumsatzes aus und die Top 10 verdienen 73 % des gesamten eingenommenen Geldes. Top-Perfomer wie Influencer oder andere Berühmtheiten verdienen wesentlich mehr, da sie eine bereits bestehende Fangemeinde mitbringen. Am Beispiel der sehr bekannten Schauspielerin und Sängerin Bella Thorne, die im August 2020 beitrat und innerhalb von 24 Stunden mehr als eine Million Dollar erzielte, durch geplante Werbemaßnahmen für ihr OnlyFans-Profil.

 

Wie sehr unterscheidet sich OnlyFans von Instagram?
Auf den ersten Blick scheinen sich OnlyFans und Instagram zu ähneln. Bei genauerer Betrachtung der Funktionalitäten und Darstellungsformen, ist nur der Grundaufbau beider Plattformen vergleichbar. Man kann ein öffentliches Profil erstellen, Fotos oder Videos hochladen und andere Nutzer abonnieren und mit ihnen kommunizieren über Kommentare oder Privatnachrichten.

Besonderheiten, die OnlyFans nicht mit Instagram teilt, sind die Abogebühren und die Altersbeschränkung. OnlyFans hat eine Art Clubgutcharakter. Bei Instagram hingegen bezahlt man mit seiner Zeit und seinen Daten. Informationen über die Nutzer*innen werden dafür verwendet, um für sie personalisierte Werbeinhalte anzeigen zu können.

Das Netzwerk ist eigenen Angaben zufolge erst ab 18 Jahren zugänglich, da hauptsächlich nicht jugendfreie Inhalte geteilt werden, die in anderen sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder TikTok nicht erlaubt sind. Zwar sorgte OnlyFans vor kurzem mit der Idee „sexuell explizite“ Inhalte ab 1. Oktober zu verbieten für Aufruhr. Grund dafür war angeblich, dass Banken die Transferierungen der Abonnentenzahlungen verweigerten. Die Plattform zog diesen Einfall aber wenige Tage darauf wieder zurück, nachdem zahlreiche Beschwerden aufkamen und die Banken ihre Meinung in Bezug auf die Zahlungen änderten.

Auch wenn das Netzwerk erst ab 18 Jahren zugänglich ist, gibt es keine Kontrolle durch die Plattform, ob der Nutzer diese Vorgabe erfüllt. Somit kann sich grundsätzlich eine Person jeden Alters anmelden. Bevor man aber als Fan anderen Künstlern folgen kann, müssen grundsätzlich Kreditkartendaten hinterlegt werden, unabhängig davon ob kostenlose oder kostenpflichtige Inhalte abonniert werden sollen. Nur wenn man selbst als Creator aktiv sein möchte und Bilder oder Videos veröffentlichen will, muss man ein Foto seines Ausweisdokuments und ein Selfie gemeinsam mit diesem Dokument hochladen, um die eigene Identität bestätigen zu können.

Auf Plattformen wie Twitter oder Tumblr hingegen ist oder war es erlaubt pornografische Inhalte zu teilen. Auf Twitter ist es erlaubt nicht jugendfreien Content zu teilen und um diesen abrufen zu können, ist es nicht einmal nötig, sich anzumelden. Accounts, die solche Postings verbreiten, müssen dementsprechende Bilder oder Videos in den Account-Einstellungen als „sensibel“ kennzeichnen. Bis zum 17. Dezember 2018 war es auch auf Tumblr legal, pornografisches Material zu verbreiten. Weitere, verwandte Plattformen stellen Twitch, Redditoder Chaturbate dar. Somit befindet sich die Pay-Plattform OnlyFans in einer Nische mit Twitter und anderen als vergleichbare Wettbewerber, in denen man kommerziellen Self-Broadcasting-Vorstellungen freien Lauf lassen kann.

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