Rassismusdebatte via Twitter – Dimension der Geschichte des Rassismus der USA

Projektbeschreibung

Es ist nicht immer leicht zu verstehen, wie sich schwarze und andere US-Bürger fühlen, wenn die amerikanische Geschichte (des Rassismus) im Unterricht angeschnitten wird. Ein Gefühl von Ausgeschlossenheit ist die Folge einer oftmals weißen Erzählungsperspektive. Zudem folgt das Problem der sozialen Medien, die eine Frequenz geworden sind, um rassistische Beleidigungen zu werfen und Menschen mit unterschiedlichem Orientierungshintergrund zu projizieren, die die Überlegenheit ihrer Rasse über andere projizieren. Tagtäglich wird mit rassistischen Äußerungen auf Social-Media Plattformen, vor allem auf Twitter, um sich geworfen. Zuletzt auch beeinflusst durch den jüngsten Vorfall „George Floyd“.

 

Die Geschichte des Rassismus in den USA
Ein Beitrag vom „Deutschlandfunk Kultur“ erläutert die wichtigsten Geschehnisse des Rassismus in Amerika. 1860 war Montgomery die Hauptstadt des Sklavenhandels. Heute befindet sich dort das „Legacy“-Museum, im selben Gebäude, in dem damals Schwarze auf ihre Käufer warteten. Montgomery zählt somit als Symbol des Freiheitskampfes in der ganzen Welt. Die Geschichte von Rassismus, Tod, Verfolgung und Ungerechtigkeit wird hier festgehalten und erinnert an eine Zeit der Gewalt. Der Kampf um Bürgerrecht der Afroamerikaner ging bis in die 1970er Jahre des 20. Jahrhunderts und wurde sogleich auch bis dahin von der weiß beherrschten Gesellschaft unterdrückt. Die Stadt Birmingham war schon immer ein „Hot Spot“ für Diskriminierung aber zugleich auch ein Synonym für die Gleichstellung vor dem Gesetz. In den 1960er Jahren kam es zu Spannungen in Alabama. Verschiedene Gruppen protestierten gegen die Apartheid. 1961 folgten Angriffe des Ku-Klux-Klans. Die Polizei hingegen unternahm nichts. Ab 1961 eskalierte die Lage in Birmingham. Im April 1963 wurde Martin Luther King im Kampf gegen Rassismus festgenommen. Ungerechtigkeit sowie grausame Gewalt treibt viele Afroamerikaner in den Norden, um bessere Jobs zu finden und somit ihre Engsten besser zu schützen. Im Norden war die Situation zwar ein wenig subtiler und weniger gewalttätig, aber immer noch effektiv und verspürbar. Am 2. Juli 1964 unterzeichnete Präsident Johnson den Civil Rights Act. Apartheid in öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Hotels, Verkehrsmitteln oder Sportanlagen war mittlerweile illegal. Der Weg zur Umsetzung dieses Gesetzes war jedoch ein harter Prozess und ist auch heute noch nicht abgeschlossen. Dies verdeutlicht uns auch der gewaltsame Tod von George Floyd in Minneapolis am 25. Mai, der durch Polizeigewalt verursacht wurde.

 

Aufstände gegen Rassismus im 20 und 21. Jahrhundert
Rassenunruhen sind in Amerika keine Seltenheit. Mit der Intensität eine bessere Welt zu schaffen und etwas zu „verbessern“ führten diese Unruhen jedoch oftmals zu noch größerem Chaos. Nichtsdestotrotz führten diese manchmal auch zu Verbesserungen. Riffreporter haben einige Ereignisse aus der Vergangenheit aufgelistet und beschrieben.

1921: In der Stadt Tulsa, im Bundesstaat Oklahoma wird der schwarze Schuhputzer Dick Rowland beschuldigt, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. Als Reaktion dessen, haben sich 30 bewaffnete Afroamerikaner in den weißen Stadtteil, begeben. Daraufhin brennen Weiße den schwarzen Stadtteil Greenwood nieder.

1968: Martin Luther King wird in Memphis erschossen. In vielen Städten kommt es u Unruhen und 36 Personen werden getötet. Darüber hinaus wurden über 2000 Menschen verletzt.

1991: Das Szenario, indem eine Gruppe von Polizisten auf den Afroamerikaner Rodney King einschlagen, wird von einem Mann gefilmt. 1992 heißt es Freispruch für die Beamten. Daraufhin kommt es zu blutigen Rassenunruhen in der Geschichte der USA.

2020: Der Fall George Floyd. In Minneapolis werden Massenproteste ausgelöst, nachdem ein Polizist während einer Kontrolle minutenlang auf den Hals von Floyd gekniet hatte und ihn somit umbrachte. Dieser Akt wurde von sehr vielen Menschen aufgenommen und ins Internet gestellt. Das Video ging sehr schnell viral und löste Rassismusdebatten auf verschiedenen Social Media-Plattformen aus.

 

Rassismus auf Social Media
Die rasante Zunahme der sozialen Medien scheint Rassismus und rassistische Ausdrucksformen zu verbreiten, so das Forschungspapier von Oyeronke Afolabi und Raymond Holder. Die Untersuchung der Rasse in sozialen Medien weist nicht nur in die Richtung, dass im Internet existierende Formen von Rassismus bestehen bleiben, sondern auch auf die Entstehung neuer und einzigartiger Praktiken. Was Social-Networking-Sites einzigartig macht, ist nicht, dass sie es Einzelpersonen ermöglichen, „Fremde“ zu treffen, sondern sie ermöglichen Benutzern, sich zu artikulieren und Interaktionen mit sozialen Netzwerken sichtbar zu machen. Dies kann zu Verbindungen zwischen Einzelpersonen führen, die sonst nicht hergestellt würden.

Im Mai 2015 veröffentlichte Barack Obama seinen ersten Tweet von seinem neu eröffneten Twitter-Account, als der erste rassistische Tweet auftauchte, in dem der Präsident mit dem N-Wort beschimpft wurde. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die hasserfüllten Tweets Rassisten aller Art anzogen.

Netzpolitik.org berichtet über unfaire Bildvorschauen auf Twitter. Nachdem einige Benutzer entdeckten, dass das System weiße Gesichter bevorzugt, während es Schwarze versteckt, kündigte Twitter an, mit rassistischen Verzerrungen in seinem Vorschaualgorithmus besser umzugehen und diesen zu verbessern. Einem Benutzer ist aufgefallen, dass die Twitter-Anwendung in der Vorschau nur Bilder von Schwarzen anzeigt, wobei auf den Bildern schwarze und weiße Person zu sehen seien. Diskussionen über die verzerrenden Auswirkungen von Rassismus und Diskriminierung durch algorithmische Entscheidungsfindung werden seit vielen Jahren geführt.

 

Rassismus-Gespräche auf Twitter unter Amerikanern
In einer Studie von Willson (2013) wird festgehalten, dass jeden Tag durchschnittlich 10.000 rassistische Tweets entstehen. Dieser Anstieg sei durch die häufige Verwendung des Wortes „Nigga“ äußerst motiviert. Dies unterstützt, dass die Wörter, die früher in vielen Fällen verwendet wurden, um Menschen zu schaden, nun Teil der Sprache werden, die Twitter-Nutzer (Amerikaner) verwenden. Twitter hat es Menschen ermöglicht, mit Tabubegriffen zu experimentieren, die von konservativen Gemeinschaften ferngehalten werden. Die Menschen führen auf verschiedene Weise Gespräche über Rassen und diese werden sowohl offline als auch online diskutiert.

 

Anti-Rassismus Vereine (USA und Österreich)
Vereine, wie beispielsweise das Demokratiezentrum Wien, informieren über Geschehnisse auf Social Media, die Rassismus und Diskriminierung zur Folge haben. Soziale Medien stellen Freiräume zur Verfügung, um aktuellen Angelegenheiten eine Stimme zu geben und sich frei zu äußern. Viele verstehen unter „freie Meinungsäußerung“, rassistische Äußerungen als diese zu tarnen und verletzten damit die Rechte Dritter. Die Position des „hinter dem Computer Sitzenden“ ermöglicht Menschen, ihren Mut zusammenzubringen und in die Tastatur Hass-Postings zu tippen und Grundrechte misszuverstehen. Um diesen Ungerechtigkeiten entgegen zu wirken und somit auch selbst ein Zeichen zu setzen, können Sie sich verschiedenen Vereinen und Organisation anschließen und somit einen Beitrag leisten, um Rassismus und Diskriminierung im Allgemeinen, vorzubeugen. Auf der „Black Lives Matter“-Website können die Proteste in den USA direkt finanziell unterstützt werden. Andere Vereine wie der Pro Asyl-Verein setzen sich für die Rechte Geflüchteter und Migranten ein, kämpft für faire Asylverfahren und eine menschenwürdige Unterbringung. Das kulturpolitische Forum Adefra e.V. engagiert sich für Schwarze Frauen und Women of Color. Durch Community-Treffen werden sichere Räume für diese Frauen geschaffen. Das ZARA Team ist eine intersektorale Gruppe, die mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Expertisen – aus Theorie und Praxis – dazu beitragen will, eine Gesellschaft zu gestalten, die Ausgrenzung aufgrund des So-Seins kritisch hinterfragt und somit rassistischer Diskriminierung und Hass im Netz entgegentritt.

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